Für alle, die sich jetzt fragen, was „Size Matters“ bedeutet: Es geht darum, große Sachen klein aussehen zu lassen oder kleine Sachen groß erscheinen zu lassen. Menschen oder Gegenstände können in einem ganz neuen Kontext dargestellt werden. Und vor allem sollte gezeigt werden, dass der erste Blick oft täuscht. Das bewies die Ausstellung, die wir an diesem Tag besucht haben.
Wir hatten das Thema vorher im Kunstunterricht durchgenommen und durften auch in den KLS-Stunden weiter daran arbeiten. Es gab nämlich die Möglichkeit, ein eigenes Foto online einzureichen, das dann vielleicht ausgestellt werden würde. Leider war keines von unseren Bildern dabei.
Der Ausflug begann damit, dass wir alle früher aufstehen mussten als geplant, da die Deutsche Bahn mal wieder ausfiel und wir den Schienenersatzverkehr nehmen mussten. In Mönchengladbach stiegen wir dann in den Zug nach Düsseldorf ein und nach weiteren drei Stationen mit der U-Bahn waren wir an unserem Ziel, dem Museum Kunstpalast. Nachdem wir alle unsere Taschen und Jacken an der Garderobe abgegeben hatten, erwartete uns eine sehr nette und engagierte Museumspädagogin. Sie studiert selbst Fotografie, wodurch sie uns viele Insider-Infos geben konnte.
Das erste Bild zeigte einen riesigen Apfel, der fast so groß war wie der Baum neben ihm. Unsere Expertin erklärte uns, dass die Fotografin Kathrin Sonntag einen Apfel vor eine Fototapete gestellt hatte. Genauso entstand das zweite Bild, das so aussah, als wäre eine riesige rosa Tasse der Knauf einer Tür.
Im nächsten Raum erwarte uns ein riesiges Foto von einem Madonna-Konzert, Madonna I von Andreas Gursky. Doch es war nicht eine einfache Fotografie, sondern es wirkte unendlich. Denn je näher man an die große Fotografie herantrat, desto mehr Details konnte man erkennen.
Danach folgten zwei Skulpturen, die einen selbst wie in einem Filter widerspiegelten, zum Beispiel ließen sie die Wölbungen der Nase klein und deine Augen riesig erscheinen. Natürlich waren das die Ausstellungsstücke, die am meisten von uns fotografiert wurden. Simon Starling hat hier kleinste Silberpartikel einer alten Fotografie aus dem Jahre 1875 als Vorlage verwendet und im Maßstab 1:1.000.000 vergrößert dargestellt.
Doch der nächste Raum war ein Highlight! Das Ausstellungsstück „Since you were born“ von Evan Roth aus dem Jahr 2019 war wie eine riesige Collage: Wände, Decke, Boden – einfach alles war voller kleiner Bilder, die alles Mögliche zeigten.
Der letzte Raum, den wir besichtigten, stellte lauter Porträts in unterschiedlichsten Größen des Künstlers Thomas Ruff aus. Von Großformaten bis hin zur Passfoto-Größe. Das Erstaunlichste an den großen Porträts war die hohe Auflösung der Bilder. Man fing an, Geschichten in die Gesichter hineinzuinterpretieren. Man hatte das Gefühl, nur durch das Gesicht auch den Rest des Menschen zu kennen.
Am Ende der Tour waren wir an der Reihe, selbst etwas zu kreieren: Uns standen Magazine, Zeitungen und andere Materialien zur Verfügung, die wir nutzen konnten, um eine Collage zu erstellen.
Der Tag endete, wie er begonnen hatte: mit Schwierigkeiten der Deutschen Bahn. Wegen einer Bombenentschärfung fuhr kein Zug mehr durch Mönchengladbach, einen Schienenersatzverkehr gab es auch nicht, so dass wir in einem völlig überfüllten Bus am Ende glücklich wieder in Dülken angekommen sind. Text: Ela Ören








